„Südtirol steht auf“ – landesweite Kampagne zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25.11.2025

Unter dem Motto „Südtirol steht auf“ will die Kampagne 2025 die Südtiroler Bevölkerung auf weniger bekannte Formen von Gewalt gegen Frauen aufmerksam machen, die oft nicht als „Gewalt“ erkannt werden, aber nicht weniger folgenreich sind.

Veröffentlichungsdatum:

21.11.2025

Lesedauer

3 Minuten

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Beschreibung

Über 50 Bürgerinnen und Bürger besuchten den Informationsabend „Gewalt an Frauen- erkennen und handeln“ in der Bibliothek Lana. Eingeladen hatten die Frauengruppe Lana, der Beirat für Chancengleichheit Lana und die Bibliothek Lana. Zu Gast waren Franziska Gasser und Sara Bagozzi der Körperschaft Donne contro la violenza – Frauen gegen Gewalt, die den Frauenhausdienst der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt in Meran führt. Die Veranstaltung war auch Teil der Landeskampagne „Südtirol steht auf – gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“.

Gemeindereferentin Valentina Andreis leitete den Abend ein: „Die vielen Teilnehmenden zeigen, wie groß das Bedürfnis nach Information und Austausch ist. Als Gemeinde wollen wir in Lana Betroffene nicht allein lassen und jene stärken, die unterstützen möchten. Chancengleichheit lebt davon, dass wir hinschauen, zuhören und gemeinsam handeln.“

Die beiden Referentinnen gaben einen Einblick in die Lage von Frauen, die Gewalt erfahren, und die bestehenden Unterstützungsangebote in Südtirol. 2023 suchten 760 Frauen Hilfe, 158 Kinder waren Zeug:innen von Gewalt, und 160 Frauen sowie 152 Kinder wurden in geschützten Wohneinrichtungen aufgenommen. Fast 80 % der Täter waren aktuelle oder ehemalige Partner, etwa 11 % enge Familienangehörige. Dabei wurde besonders auf die vielfältigen Formen und Wirkmechanismen von Gewalt hingewiesen, die weit über körperliche Übergriffe hinausgehen und psychische, soziale oder wirtschaftliche Aspekte einschließen.

Um Betroffene zu unterstützen oder sich selbst über Handlungsmöglichkeiten zu informieren, können Angehörige, Nachbar:innen, Kolleg:innen sowie Fachpersonen aus Bildungseinrichtungen und Organisationen der Familien- und Jugendarbeit jederzeit Sara Bagozzi und das Team von „Donne contro la violenza – Frauen gegen Gewalt“ kontaktieren. Dort erhalten sie Unterstützung, Information über Schutzmöglichkeiten und konkrete Beratung im Umgang mit Betroffenen.

Ein zentraler Punkt war die Prävention. Gewaltfreie Beziehungen, das Erkennen eigener Grenzen und frühe Gespräche in Kindergarten und Schule können Gewaltkreisläufe durchbrechen. Konzepte wie die der Gewaltpyramide verdeutlichen, dass schon kleine Übergriffe eskalieren können – frühe Aufklärung ist entscheidend. Gewalt an Frauen kommt in allen Bereichen der Gesellschaft vor, unabhängig von Alter oder Hintergrund. Selbst in jugendlichen Beziehungen ist Gewalt heute ein Thema, da traditionelle Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen nach wie vor die Grundlage bilden.

Kinder und Jugendliche sind häufig mitbetroffen, wenn Frauen in ihrem Umfeld Gewalt erfahren. Mittels Präventionsmaßnahmen wie etwa speziellen Kursen können sie Respekt, Gleichberechtigung und gesunde Beziehungen kennenlernen. Diese Grundlagen helfen, später selbst Gewalt vorzubeugen und ein Umfeld zu schaffen, in dem Frauen sicher leben können. Damit Prävention wirksam ist, sind ausreichende finanzielle Mittel und die aktive Mitwirkung des Bildungspersonals entscheidend – nur so können Angebote langfristig bestehen, Kinder und Jugendliche stärken und Gewalt gegen Frauen verhindern. 

Unterstützung und Orientierung finden Betroffene sowie alle, die helfen möchten, auch über den Beirat für Chancengleichheit Lana, der bestehende Initiativen begleitet, sichtbare Hinweise auf Hilfsangebote umsetzt und den Zugang zu Unterstützung erleichtert.

Südtirol steht auf

Gegen Gewalt an Frauen 

Für direkte Hilfe oder Beratung können folgende Kontakte genutzt werden:

Donne contro la violenza – Frauen gegen Gewalt EDS/ETS

Beratungsstelle für Frauen in Gewaltsituationen, Freiheitsstr. 184/A Meran

Telefon: 0473 222335 h24; oder kostenfrei: 800 014 008 h24

E-Mail: info@donnecontrolaviolenza.org Web: frauengegengewalt.org 

Für die Pressemitteilung verantwortlich: Sandra Moszner Vorsitzende des Beirats für Chancengleichheit Lana, Kontakt: 335 6938111

roter stuhl

Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie hier

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Zuletzt aktualisiert: 21.11.2025, 11:18 Uhr

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